Entzündete Zahnimplantate


Implantate pflegen wie eigene Zähne
Entzündete Zahnimplantate

Ähnlich wie an natürlichen Zähnen entwickeln sich Entzündungen auch an künstlichem Zahnersatz. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt und gute häusliche Zahnpflege verringern das Risiko, dass sich Beläge bilden und das Zahnimplantat schädigen.

Am Anfang steht der Zahnbelag

In Deutschland werden pro Jahr etwa 1 Million Zahnimplantate eingesetzt. Durch schlechte Mundhygiene bildet sich an diesem Zahnersatz ein Belag, genau wie an natürlichen Zähnen. Zahnbelag – auch Plaque genannt – löst eine Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis) aus. „Wenn dieser Belag gründlich entfernt wird und sich die Mundhygiene verbessert, heilt die Entzündung binnen weniger Wochen“, erklärt Prof. Frank Schwarz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V. (DGI). Bleibt die Entzündung unbehandelt, greift sie in der Folge tiefere Gewebeschichten und den Kieferknochen an. Zahnärzte sprechen in diesem Fall von einer Periimplantitis. Als Komplikation droht der Verlust der künstlichen Zahnwurzel.

Aktuelle Studienergebnisse belegen die Häufigkeit von Entzündungen bei Zahnimplantaten. Eine schwedische Forschergruppe untersuchte knapp 600 Betroffene, die bereits 9 Jahre ein Implantat trugen. Ein Drittel der Probanden litt an einer Mukositis. Bei fast der Hälfte der Patienten mit Mukositis lag bereits eine Periimplantitis vor: Die Entzündung hatte den Kieferknochen erfasst und zu einem Gewebeabbau geführt.

Prohpylaxe ist entscheidender Faktor

„Patienten mit chronischer Parodontitis, schlechter Plaquekontrolle und fehlender regelmäßiger Mundhygiene nach der Implantattherapie haben ein erhöhtes Risiko für eine Periimplantitis“, führt Schwarz aus. Er ergänzt: „Wichtig sind auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und professionelle Zahnreinigungen, deren Häufigkeit dem individuellen Risiko des Patienten angepasst wird.“ Problematisch sind nach Expertenmeinung dabei ungünstig positionierte Implantate, da sie häusliche Zahnpflege und ärztliche Nachsorge erschweren.

Quelle: DGI

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