Mehr ungewollte Schwangerschaften durch Apps?


Britische Studie untersucht Schwangerschaftsabbrüche
Eine Frau hält einen Schwangerschaftstest Hand, in der anderen einen Kalender auf dem Smartphone.
mauritius images / SeventyFour Images / Alamy / Alamy Stock Photos
Immer mehr Frauen nutzen Apps zur Schwangerschaftsverhütung

Natürliche Verhütungsmethoden werden immer beliebter. In Großbritannien ist parallel dazu die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche gestiegen.

Apps helfen bei der Dokumentation

Natürliche Verhütungsmethoden funktionieren gänzlich ohne Medikamente. Sie beruhen meist darauf, dass Frauen regelmäßig ihre Köpertemperatur messen und die Beschaffenheit des Vaginalsekrets bestimmen – denn kurz vor dem Eisprung verflüssigt sich das Vaginalsekret, und mit dem Eisprung steigt die Körpertemperatur um etwa 0,2° C. Frauen, die natürliche Verhütungsmethoden anwenden, müssen diese Daten erfassen und dokumentieren, um ihren Zyklusstand zu erkennen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Apps, die dabei weiterhelfen.

Anteil natürlicher Verhütungsmethoden gestiegen

In Großbritannien berät das British Pregnancy Advisory Service Frauen vor einem Schwangerschaftsabbruch. Dabei werden die Schwangeren auch befragt, welche Verhütungsmethoden sie angewendet haben. Der Anteil von Frauen, die natürliche Verhütungsmethoden vor der unerwünschten Schwangerschaft angewendet haben, ist dabei gestiegen – von 0,4 % auf 2,5 %. Auch ist das Durchschnittsalter dieser Frauen gesunken, von 30 Jahren auf 27 Jahre.

Viele verhüten gar nicht

Insgesamt ist der Anteil natürlicher Verhütungsmethoden damit noch immer gering. Gefallen ist der Anteil der Frauen, die vor der unerwünschten Schwangerschaft mit der Pille verhütet haben, aktuell sind es 11,3 %. Stark gestiegen hingegen ist die Anzahl an Frauen, die gar keine Verhütungsmethode angewendet haben, und zwar von 55,8 % (2018) auf 69,6 % (2023). Gleichzeitig ist die Zahl an Schwangerschaftsbrüchen in der Zeit gestiegen. Ob die höhere Anzahl unerwünschter Schwangerschaften nun an der Wahl der Verhütungsmethode liegt, an der Entscheidung dagegen oder an anderen Gründen, darüber hat die Studie keine Aussage getroffen

Quelle: Ärzteblatt

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