Viel heiße Luft um die heiße Zitrone


Getränk hat nur wenig Vitamin C
Viel heiße Luft um die heiße Zitrone

Winter ist Erkältungszeit, fast jeden erwischt es. Viele schwören dann auf die "heiße Zitrone". Das Vitamin C der Zitrusfrucht soll Viren und Bakterien den Garaus machen und das Immunsystem stärken. Dabei ist in dem beliebten Heißgetränk nur wenig Vitamin C enthalten.

Hitze zerstört das Vitamin C

Eine Zitrone auspressen, den Saft in ein Glas geben, mit heißem Wasser aufgießen und einen Teelöffel Honig darunter mischen. Dieses einfache Rezept ist ein Klassiker in der kalten Jahreszeit. Ob vorbeugend oder zur Bekämpfung einer Erkältung – die Zitrone soll unsere Vitamin-C-Speicher füllen.

Allerdings wird die heiße Zitrone ihrem Ruf als Vitaminbombe nur bedingt gerecht: Eine mittelgroße, frische Frucht enthält etwa 50 Milliliter Saft, ältere Früchte etwas weniger. Und in 50 Milliliter frischem Zitronensaft stecken lediglich 25 Milligramm Vitamin C. "Hinzu kommt, dass das Vitamin C sehr hitzeempfindlich ist und durch hohe Temperaturen schnell zerstört wird", erklärt Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der Barmer GEK.

Besser zu Kiwis oder Sanddornsaft greifen

Auch wenn die heiße Zitrone damit ins Reich der Vitaminmärchen gehört, rät Rudischer nicht grundsätzlich von dem Heißgetränk ab. Der heiße Dampf des Getränks befeuchtet die Schleimhäute, sodass man sich nach dem Genuss durchaus besser fühlt. Um die Vitamin-C-Aufnahme zu erhöhen, empfiehlt die Expertin: Das Wasser abkühlen lassen bis es lauwarm ist und erst dann den Zitronensaft hinzugeben.

Wer sich einen regelrechten Vitamin-C-Schub gönnen möchte, sollte lieber zwei bis drei Kiwis essen oder ein Glas Sanddornsaft trinken. Denn Kiwis und Sanddorn enthalten mehr Vitamin C als die Zitrone. Eine simple Alternative zur gelben Frucht sind auch Vitamin-C-Tabletten. Über Dosierung und Dauer der Anwendung berät Sie Ihr Apotheker gern.

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